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Alltagshelden in Wolfsburg

Plötzlich alles anders

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„Was ist wichtig und was nicht?“ Unsere Wertewelt wurde in den letzten Wochen massiv verschoben. Der Spaziergang an der frischen Luft, die hilfsbereite, freundliche Nachbarin oder gefüllte Regale im Supermarkt. Was bis vor Kurzem selbstverständlich war, hat jetzt auf einmal eine ganz andere Bedeutung.

Infolge der Corona-Pandemie haben sich Dinge in nahezu allen Lebensbereichen verändert: Kontaktbeschränkungen, geschlossene Kitas und Schulen, Sorge um alte und erkrankte Menschen, Homeoffice oder Kurzarbeit, um nur ein paar tief gehende Veränderungen zu nennen, die uns alle mindestens in Teilen betreffen.

Plötzlich an Bedeutung gewonnen hat das Wort „Systemrelevanz“. Manche Berufe sind wichtiger als andere. Neben Pflegepersonal und Ärzten sind das auch andere Berufsgruppen, die die Versorgung einer Gesellschaft in Zeiten wie diesen sicherstellen: Kassiererinnen, Reinigungspersonal, Mitarbeiter der Müllabfuhr, Apotheker und Hausmeister. All jene Berufe, die sonst eher nicht im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen und deren Wert vielen erst durch deren Abwesenheit bewusst wird.

»WAS BIS VOR KURZEM SELBSTVERSTÄNDLICH WAR, HAT JETZT AUF EINMAL EINE GANZ ANDERE BEDEUTUNG.«

Wir haben uns für Sie in Wolfsburg umgeschaut und mit Menschen aus solchen systemrelevanten Berufen gesprochen. Was sagen sie zur aktuellen Lage? Wie haben sich ihr Leben und ihre Arbeit verändert?

Hören Sie hier das vollständige Interview mit Lars Haselhorst.

Lars Haselhorst, 47 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder; selbstständiger Apotheker und Leiter von zwei Apotheken in Wolfsburg

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Foto: Jürgen Nobel

Zuhause (ZH): Herr Haselhorst, wie lange sind Sie mit Ihren beiden Apotheken bereits in Wolfsburg vertreten?

Lars Haselhorst (LH): Ich bin seit 2007 mit der Flora Apotheke selbstständig und seit 2017 mit der easyApotheke Wolfsburg.

ZH: Da haben Sie sicher auch vor Corona schon viel erlebt als Apotheker?

LH: Ja, das habe ich. Aber so etwas wie die letzten Wochen unter Corona habe ich noch nie erlebt.

ZH: Was meinen Sie damit?

LH: Ich meine z. B. den Lockdown. Von dem Lockdown war besonders die easyApotheke in der Porschestraße betroffen, da sie sich in einer 1-a-Lauflage befindet. Wir hatten in der Zeit einen immensen Kundenrückgang und Umsatzeinbußen. Manche Arzneimittel, Desinfektionsmittel und Masken waren aufgrund von Lieferschwierigkeiten Mangelware. Wir hatten plötzlich Produkte, wie z. B. Desinfektionsmittel nicht vorrätig. Hinzu kam, dass die Menschen aus Angst, sich anzustecken, kaum zum Arzt gingen und infolgedessen auch nicht in die Apotheke. Um keine Kurzarbeit anmelden zu müssen, haben wir Desinfektionsmittel hergestellt und verkauft. Vorrangig an Kliniken, Risikopatienten, Ärzte, Heime, das Hospiz Wolfsburg, die Stadt Wolfsburg. Die Flora Apotheke am Schlesierweg war von diesem Kundenrückgang weniger stark betroffen. Aber wir haben alle in dieser Zeit Höchstleistung vollbracht und am Ende sind wir alle sehr zufrieden mit dem Gesamtergebnis.

ZH: Das klingt anstrengend.

LH: Als Apothekenbesitzer, der zur medizinischen Versorgung einer ganzen Stadt beiträgt, habe ich immer eine große Verantwortung. Das ist normal für mich. Außerdem motiviert mich positiver Stress. Aber diesmal war alles anders. Ich habe die Krankheit Covid-19 immer sehr ernst genommen. Ich musste meine 20 Mitarbeiterinnen, meine Kunden, meine Familie und mich selbst schützen und trotzdem noch meinen Job machen.

ZH: Wie ist Ihnen das gelungen?

LH: Ich habe für beide Apotheken strenge Regeln aufgestellt. Wir haben kontrolliert, wie viele Kunden sich auf einmal in der Apotheke aufhalten. Ich habe Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhe und Plexiglaswände für die Verkaufstresen beschafft. Meine Mitarbeiterinnen haben z. B. immer die tagesaktuellen Informationen des Robert Koch-Instituts und des Krisenstabs der Stadt Wolfsburg erhalten. Wir achten auf Abstands- und Hygieneregeln.

ZH: Was raten Sie unseren Lesern? Auf was achten Sie bei Ihrer Familie?

LH: Beide Fragen würde ich gleich beantworten: Gründliches Händewaschen mit Seife, Benutzen von Handcreme, konsequentes Tragen von Mundschutz, Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sind essenziell. Wir müssen uns alle an diese neuen Regeln gewöhnen, vorerst zumindest.

Elvira Klipel, 40 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder; Reinigungskraft im Isolationsbereich des Klinikums Wolfsburg

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Foto: Klinikum Wolfsburg

Zuhause (ZH): Frau Klipel, wie lange arbeiten Sie schon im Klinikum Wolfsburg?

Elvira Klipel (EK): Ich arbeite seit fast drei Jahren als Reinigungskraft im Klinikum Wolfsburg. 

ZH: Wie kam es, dass Sie im Isolationsbereich eingesetzt sind?

EK: Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen kann, im Isolationsbereich zu arbeiten, und habe selbstverständlich zugesagt.

ZH: Haben Sie Angst vor der neuen Situation unter Corona?

EK: Nein, überhaupt nicht. Wir sind regelmäßig mit Erregern in Kontakt, daher ist für uns der Umgang mit Desinfektions- und Schutzmaßnahmen Normalität. Ich fühle mich gut geschützt und habe keine Angst. Im Isolationsbereich tragen wir alle immer Schutzkleidung, Atemschutzmasken und befolgen dieselben Hygieneregeln. Wir sind sicher.

ZH: Wie gehen Sie mit der besonderen Verantwortung um, die Sie zurzeit tragen?

EK: Auch diese Verantwortung trage ich immer. Dass es zurzeit mehr Verantwortung ist, kann ich bestätigen. Aber ich bin nicht allein. Wir arbeiten in einem sehr gut funktionierenden Team. Wir helfen uns gegenseitig und werden täglich mit Informationen versorgt. Auch an Arbeitsmitteln ist immer alles da. Wir arbeiten nach Hygieneplänen, die momentan noch umfangreicher als sonst sind. Aber wir kennen das nicht anders und machen unsere Arbeit immer gewissenhaft.

ZH: Was motiviert Sie aktuell besonders?

EK: Mich motiviert zurzeit am meisten, dass ich eine wichtige Arbeit mache, die Patienten, Pflegern und Ärzten hilft, und dass ich mit netten Menschen arbeite. Wir haben trotz allem Spaß bei der Arbeit und der Zusammenhalt unter den Kollegen ist gerade jetzt besonders groß. Außerdem genieße ich die Wertschätzung durch die Öffentlichkeit. Das ist sonst eher anders.

ZH: Was nehmen Sie aus der aktuellen Situation mit? 

EK: Besonders ist, wie gesagt, der Zusammenhalt unter den Kollegen. Die Situation verbindet uns noch mal mehr. Wir sind zusammen für die Patienten da, und das in einem großartigen Team. Jetzt spüren wir einmal mehr, wie gut hier alles funktioniert – bei uns auf der Station und im gesamten Klinikum.

Janine Markgraf, 36 Jahre alt, verheiratet; Oberärztin im Isolationsbereich des Klinikums Wolfsburg

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Foto: Klinikum Wolfsburg

Zuhause (ZH): Wie lange sind Sie schon Ärztin und wie lange arbeiten Sie schon im Klinikum Wolfsburg?

Janine Markgraf (JM): Ich bin seit 2010 Ärztin und arbeite seit 2014 im Klinikum Wolfsburg. Ich bin Fachärztin für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Palliativ- und Notfallmedizin und arbeite sonst als Oberärztin in der Onkologie und Palliativmedizin.

ZH: Wie kam es zu Ihrem Einsatz im Isolationsbereich des Klinikums Wolfsburg?

JM: Ich habe mich freiwillig gemeldet, denn die Arbeit in interdisziplinären Teams finde ich spannend. Meine notfallmedizinische Ausbildung und meine Erfahrung im Palliativbereich werden ergänzt durch die Erfahrung der Kollegen aus anderen Fachgebieten wie der Anästhesie oder Chirurgie. Das finde ich sehr wichtig.

ZH: Haben Sie keine Angst, sich anzustecken?

JM: Nein, habe ich nicht. Wir sind mit allen Schutzmaßnahmen und unserer Schutzausrüstung sehr, sehr sicher. Es ist wahrscheinlicher, sich im privaten Umfeld anzustecken, z. B. wenn die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden.

ZH: Abgesehen von der Herausforderung im medizinischen Bereich, hat sich Ihr Arbeitsalltag auf zwischenmenschlicher Ebene verändert?

JM: Jetzt ist es besonders wichtig, in einem starken Team, in einem starken und sicheren System zu arbeiten. Wir lernen jeden Tag Neues dazu. Wir sind wirklich sehr gut aufgestellt – das merke ich jeden Tag. Zudem ist der Zusammenhalt unter allen Kollegen viel größer geworden, die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen, ist immens. Vor allem der berufsgruppenübergreifende Zusammenhalt und die allgemeine Hilfsbereitschaft sind einmalig. So was habe ich noch nie erlebt.

ZH: Wie kommt das?

JM: Ich glaube, dass wir alle in der aktuellen Situation zusammenrücken und das Beste geben. Wir merken jetzt alle noch intensiver, wie wichtig unsere Arbeit ist. Aber die Arbeit jedes Einzelnen würde ohne das Zutun des Anderen nicht funktionieren. Wir Ärzte können ohne Pfleger, Reinigungspersonal, unsere Kollegen aus der Verwaltung, wie z.B. dem Einkauf, die unsere Ausrüstung, die Medikamente usw. beschaffen, nicht unsere Arbeit machen. Jetzt nicht aber auch unter „normalen“ Bedingungen wie vor Corona.

ZH: Was nehmen Sie für die Zukunft mit?

JM: Ich denke, dass dieser Zusammenhalt, dieses neue Wir-Gefühl uns allen guttut. Jetzt und in allen Zeiten nach Corona.

Nils Gawelczyk, 38 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder; Notfallsanitäter sowie gelernter Kranken- und Gesundheitspfleger im Gesundheits wesen bei Volkswagen im Werk Salzgitter

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Foto: Klinikum Wolfsburg

Zuhause (ZH): Herr Gawelczyk, wie lange arbeiten Sie schon bei Volkswagen?

Nils Gawelczyk (NG): Ich bin seit 2007 im Gesundheitswesen des Werks Salzgitter, dort in der Ambulanz tätig.

ZH: Und wie kam es dann zu Ihrem Einsatz im Klinikum Wolfsburg?

NG: Ich habe im Personaltelegramm von Volkswagen gelesen, dass Helfer mit einer medizinischen Ausbildung gesucht werden, um im Klinikum Wolfsburg zu unterstützen. Nach Rücksprache mit meiner Familie und meinen Vorgesetzten habe ich mich direkt am nächsten Tag beworben. Und dann ging es sehr schnell: Am Tag darauf konnte ich bereits im Klinikum Wolfsburg anfangen.

ZH: Das ging wirklich schnell. Wie war dieser Wechsel für Sie?

NG: Das war wirklich unglaublich schnell und ich bin immer noch total begeistert, wie zügig und unbürokratisch ich freigestellt wurde und im Klinikum helfen konnte. Ich war von Anfang bis Mitte April 2020 dort im Einsatz und wurde sofort sehr herzlich aufgenommen.

ZH: „Herzlich aufgenommen“ heißt …?

NG: Nun es war für mich wie eine „Heimkehr“. Ich habe früher schon im Klinikum Wolfsburg gearbeitet und immer Kontakt zu meinen ehemaligen Kollegen gehalten.

ZH: Wie kann man sich Ihre Arbeit auf der Covid-19-Intensivstation vorstellen?

NG: Ich war von Anfang an voll eingebunden, denn das Team hat mich wie gesagt toll aufgenommen. Ich habe den am Corona-Virus erkrankten Patienten geholfen: Dabei geht es zum Beispiel um die Überwachung der Vitalfunktionen, das Verabreichen von Medikamenten oder auch Körperpflege.

ZH: Hatten Sie Angst auf der Station zu arbeiten?

NG: Ich muss wirklich sagen, dass ich überhaupt keine Angst hatte. Ich wurde perfekt eingewiesen und ausgestattet. Das Klinikum Wolfsburg ist dahin gehend sehr sicher und gut aufgestellt.

ZH: Was hat Sie motiviert? Was haben Sie auf der Station erlebt? 

NG: Ich bin jeden Tag mit einem Lächeln rein ins Krankenhaus und nach meiner Schicht mit einem Lächeln wieder rausgegangen, da ich wusste, dass ich helfen kann. Außerdem hatten wir eine besonders schöne und ans Herz gehende Geschichte, die in der Zeit, als ich da war, passierte: Wir hatten ein an Covid-19 erkranktes Ehepaar auf der Station, dem es am Anfang gesundheitlich wirklich nicht gut ging. Ich konnte mit dazu beitragen, dass es den beiden von Tag zu Tag immer ein bisschen besser ging. Darüber haben wir uns alle so gefreut!

Andreas Koltermann, 50 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder; Unterabteilungsleiter Abteilung Technischer Betrieb bei der WAS – Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung

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Foto: WAS Wolfsburg

Zuhause (ZH): Herr Koltermann, seit wann arbeiten Sie bei der WAS und wofür sind Sie zuständig?

Andreas Koltermann (AK): Ich bin seit 2013 bei der WAS beschäftigt und verantworte als Unterabteilungsleiter zusammen mit den Disponenten die Koordination der Müllabfuhr in Wolfsburg.

ZH: Was hat sich in der Coronazeit für Sie und Ihre Mitarbeiter geändert?

AK: Wir haben die Personalplanung dahin gehend geändert, dass wir die 85 Mitarbeiter der Müllabfuhr, die pro Tag 22 Touren fahren, in feste Gruppen eingeteilt haben, die immer unter der Sicherstellung der Hygiene- und Abstandsregeln ihre Arbeit verrichten. Das heißt, wir fahren in vier Gruppen: Wir beginnen um 6.00 Uhr, die nächste Gruppe startet um 6.30 Uhr, dann beginnt eine Gruppe um 7.00 Uhr und die letzte Gruppe fängt um 7.30 Uhr an. Ziel ist es, dass wir möglichst wenig Mitarbeiter zeitgleich an einem Ort haben.

ZH: Und das funktioniert gut? Wie ist das Verständnis bei den Mitarbeitern und den Bürgern?

AK: Das funktioniert gut und unsere Mitarbeiter und Bürger haben großes Verständnis für diese Maßnahme. Wir haben in den letzten Wochen viele Danksagungen und selbst gemalte Kinderbilder bekommen. Das macht uns glücklich.

ZH: Worauf sollten die Bürger zurzeit achten?

AK: Dadurch, dass jetzt viele Leute zu Hause anfangen, aufzuräumen, gibt es ein deutliches Mehr an Abfallvolumen. Wichtig ist, dass die Mülltonnen aus hygienischen Gründen stets geschlossen sind und es nicht zu Ablagerung von Abfall neben den Mülltonnen kommt. Zudem ist darauf zu achten, dass die Abfallarten getrennt sein sollten. Außerdem werden in den letzten Wochen häufig die Zuwegungen zu den Mülltonnen zugeparkt. Unsere Mitarbeiter kommen teilweise nicht mit den Fahrzeugen oder Mülltonnen durch.

ZH: Was motiviert Sie und Ihre Mitarbeiter in der jetzigen Zeit besonders?

AK: Wir sind gerne für die Wolfsburger Bürger da und sind bemüht, unsere Arbeit auch in Zeiten von Corona, bestmöglich und zuverlässig zu erledigen. Bislang ist es uns gelungen, alle Touren, entsprechend dem aktuellen Entsorgungsplaner, abzufahren. Es ist sicherlich für uns alle keine leichte Zeit, aber zusammen schaffen wir das.

Tim-Marlo Kaiser, 29 Jahre alt, ledig; Marktleiter des REWE Markts auf dem Laagberg in Wolfsburg

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Foto: Tim-Marlo Kaiser

Zuhause (ZH): Herr Kaiser, wie lange sind Sie schon Marktleiter des REWE Markts auf dem Laagberg in Wolfsburg?

Tim-Marlo Kaiser (TMK): Ich bin seit September 2019 in Wolfsburg. Den REWE-Markt haben wir am 26. März 2020 nach monatelanger Vorbereitung eröffnet.

ZH: Zu der Zeit hatten wir in Deutschland etwa 35.000 Corona-Infizierte – Tendenz steigend, ein bundesweites Versammlungsverbot, Restaurants und die meisten Geschäfte geschlossen und Sie eröffnen Ihren REWE-Markt?

TMK: Ja, das war echt das perfekte Timing. Wir hatten im Rahmen der Eröffnung Aktionen, wie z. B. Kinderschminken geplant und mussten diese natürlich alle absagen. Zu der Zeit durften nur 50 Personen zeitgleich im Markt sein. Aber wir haben das alles sehr gut gemeistert und etwa 1.500 Kunden jeden Tag mit Lebensmitteln versorgt.

ZH: Das klingt nach unglaublich viel Arbeit. Wie viele Mitarbeiter sind in Ihrem Markt beschäftigt?

TMK: Ich habe Verantwortung für 40 Mitarbeiter, die ich kurz vorher eingestellt habe. Keiner von uns hat jemals so eine Zeit im Einzelhandel erlebt.

ZH: Sie haben den Markt in dieser Zeit mit einem neuen Team von 40 Mitarbeitern eröffnet. Was haben Sie ihnen gesagt, um sie zu schützen und trotzdem zu motivieren?

TMK: Da waren nicht viele Worte erforderlich. Der Zusammenhalt auf menschlicher Ebene ist wahnsinnig stark. Ich glaube, ich sagte so was wie: „Leute, wir haben eine Riesenaufgabe. Lasst uns das zusammen schaffen.“ Und was soll ich sagen? Meine Mitarbeiter sind super. Das klappt auch unter diesen Bedingungen alles sehr gut. Zu den Schutzmaßnahmen: Ich habe meinen Mitarbeitern Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken zur Verfügung gestellt. Wir nehmen die Lage sehr ernst und halten uns an die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln.

ZH: Was war das Schwierigste in dieser Zeit?

TMK: Sehr schwierig war der Umgang mit Hamsterkäufen. Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn noch nie so viel Klopapier bestellt. Es war immer genug da. Nur wenn, einige Kunden das Zehnfache des „normalen“ Bedarfs zu Hause horten, gehen andere Kunden leer aus. Das war schon sonderbar. 

ZH: Was verkaufen Sie denn momentan besonders gut:

TMK: Blumen, Obst und Gemüse. Unsere Kunden sind jetzt viel mehr zuhause, kochen und machen es sich schön.

ZH: Was motiviert Sie, weiterzumachen, und was nehmen Sie aus dieser Zeit für sich persönlich mit?

TMK: Ich mag es, Menschen zu begeistern. Damit meine ich meine Kunden und meine Mitarbeiter. Ich ziehe Kraft aus meinem Team und bin froh darüber, dass wir alle gesund sind und dass alles so gut funktioniert. Und ich bin gerne für meine Kunden da. Das ist mir wichtig. 

Wir möchten allen Menschen, in diesem Artikel stellvertretend für alle anderen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, danken und sind beeindruckt von dieser Stärke. Danke für Ihre Solidarität und Hilfe!

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