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Naturschutzgebiet Ilkerbruch - Die Wildnis nebenan

Artenschutz und Naturerlebnis

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Achtung, der Seeadler startet (Foto: Klaus-Dieter Garbar)

Eisvögel flattern, Hunderte Gänse landen auf einmal zur Rast und schnattern aufgeregt. Plötzlich hebt ein Seeadler kreischend zum Jagdflug ab. Dies ist keine Szene aus einem Naturfilm über die unberührte Natur Grönlands, sondern findet genauso im Ilkerbruch in Wolfsburg statt.

Das 125 Hektar große Naturschutzgebiet Ilkerbruch liegt im Nordwesten von Wolfsburg direkt an der Kreisstraße 114. Das Gebiet mit großen Wasserflächen ist vor allem für den Vogelschutz bedeutend und steht seit 1989 unter Naturschutz. Durch die großen Wasserflächen, umgeben von Grünland, finden hier unter anderem Beutelmeisen, Bekassinen, Seeadler, Kraniche, Eisvögel und Entenarten wie Spießenten und Löffelenten Brut- und Rastplätze.

Was sich hier nach einem unberührten Gebiet anhört, das in erster Linie den Artenschutz sicherstellt, entpuppt sich als ein faszinierendes Stück Wildnis, das viel mehr ist. Das Ilkerbruch ist Naturschutzgebiet und Naturerlebnis in einem. Um das Gebiet führt ein etwa 4,5 Kilometer langer Naturerlebnispfad. Es gibt mehrere Beobachtungsplattformen mit Infotafeln, einen zwölf Meter hohen Aussichtsturm und eine Beobachtungshütte, um die sich die Kreisgruppe Wolfsburg des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) kümmert.

Die Kombination aus Artenschutz und Naturerlebnis pur ist das Besondere am Ilkerbruch. Mit einem Fernglas ausgerüstet die Natur ganz nah zu erleben ist wie das Eintauchen in eine andere Welt. Den Streifzug durch die andere Welt beginnt man am besten am kleinen Parkplatz an der K 114 gegenüber der Ortschaft Ilkerbruch.

„Direkt am Parkplatz beginnt der Naturerlebnispfad und hier ist auch das Highlight des Ilkerbruchs, die kleine NABU-Hütte, die für jedermann offen ist, und dazu einlädt, einen Blick in die faszinierende Welt der Tiere zu werfen“, so Michael Kühn, erster Vorsitzender der NABU-Kreisgruppe Wolfsburg. Durch drei kleine Luken lassen sich viele Vogelarten wie beispielsweise Eisvögel, Kraniche, Schellenten und sogar ein Seeadlerpaar beobachten.

„Der Seeadler ist der Chef im Ilkerbruch. Wenn der mit seiner zweieinhalb Meter Flügelspannweite zum Flug startet, dann wird es gefährlich für die anderen Tiere. Lautes Geschnatter und Flügelschlagen. Sie ergreifen die Flucht oder versuchen es. Das Seeadlerpaar lebt seit ungefähr sieben Jahren im Ilkerbruch und bekommt jedes Jahr ein bis zwei Jungadler. Dass hier Seeadler brüten, gab es etwa 200 Jahre nicht in Wolfsburg. Wenn der Seeadler Schellenten, Graugänse, Blesshühner oder sogar einen Fuchs jagt, das ist schon sehr beeindruckend“, so Kühn, der sich seit 30 Jahren für den NABU engagiert.

Im Ilkerbruch ist immer was los. Es lassen sich außer den unterschiedlichen Vogelarten auch Wildschweine, Rehe, Füchse, Auerochsen und Wildpferde beobachten. Das eindrucksvolle Naturerlebnis wird zu einer wahren Entdeckungstour. „Gerade jetzt, im Herbst und Winter, also von Oktober bis Januar, ist das Ilkerbruch eine Art ‚Tankstelle‘ für viele Zugvögel aus Osteuropa und Skandinavien. Sie kommen zu Hunderten und machen hier Rast, ruhen sich aus, fressen was und ziehen weiter. Auf einmal sind hier Hunderte Vögel wie arktische Gänse aus der Tundra beispielsweise. Das ist schon ein faszinierendes Erlebnis“, schwärmt Kühn.

Der NABU Wolfsburg pflegt Teile des Gebiets und stellt durch unterschiedliche Maßnahmen wie zum Beispiel aktuell den Bau von Nisthilfen die Artenvielfalt des Gebiets sicher. Für Michael Kühn ist die Natur nicht nur Lebensgrundlage der Tiere. „Frisches Wasser, saubere Luft, Biodiversität und Artenvielfalt sind gefährdet. Wir Menschen, wir sind Teil des Ökosystems, das durch den Klimawandel bedroht ist. Wir müssen achtgeben. Denn am Ende des Tages sind wir Teil der Natur. Und geht es der Natur gut, dann geht es den Menschen auch gut“, so Kühn.

Ilkerbruch
Ilkerbruch, so weit das Auge reicht
NABU-Hütte Ilkerbruch
Nicht nur bei Fotografen beliebt: die NABU-Hütte mit Panoramafenstern
Kiebitze im Ilkerbruch
Kiebitze kommen zum Brüten meist an ihren Geburtsort zurück
Silberreiher im Ilkerbruch
Die meisten Silberreiher sind im Herbst und Winter zu beobachten
Auerochsen im Ilkerbruch
Auerochsen als Landschaftspfleger
Eisvogel im Ilkerbruch
Auch der Eisvogel ist hier häufig zu beobachten (Fotos: Dirk Gildemann)

Infos & Kontakt

Die NABU-Kreisgruppe Wolfsburg hat rund 1.000 Mitglieder und engagiert sich für Mensch und Natur. Sind Sie interessiert an einer Mitgliedschaft?

NABU Wolfsburg e. V.

Seekannenring 8 (nur postalisch)

38446 Wolfsburg

05363 805-655 

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