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Herzenswärme

Für Sternenkinder und Frühchen

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Zwei sehr warm wirkende Räume voller bunter Stoffe, Nähmaschinen und kistenweise fertig genähter kleiner Strampler, winziger Babyoberteile und -hosen und noch viel winzigerer Mützchen. Die Wolfsburger Elfen sind ein Verein, der Kleidung für Sternenkinder und Frühchen näht, die den Kliniken der Region kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Denn es gibt keine industriell hergestellte Babykleidung in solch kleinen Größen. Und es gibt keine kleinen Kleidchen für die Beisetzung der Sternenkinder. Kinder, die es leider nicht lebend auf die Welt geschafft haben.

Wir trafen zwei der Elfen, Daniela Voß und Jessica Michael, zum Interview. Gemeinsam mit Daniela Osadnik sind sie Vorsitzende und Gründerinnen des Vereins. Daniela Voß, hauptberuflich bei VWI im Projektmanagement sowie als Fotografin selbstständig, und Jessica Michael, die in der Spielwarenabteilung eines großen Wolfsburger Kaufhauses arbeitet, sind bei unserer Ankunft im Elfenraum fleißig. Und hier beginnt die Geschichte der Wolfsburger Elfen. Uns interessiert: Wie entstand die Idee? Was treibt die beiden Frauen an, sich mit so viel Herzenswärme und Liebe für die kleinen Kämpfer zu engagieren? 

(Fotos: Janina Snatzke)

Hören Sie hier das vollständige Interview.

Zuhause: „Wie habt ihr angefangen? Woher kam die Idee zu den Elfen?“ 

Daniela Voß: „Ich habe 2014 im Internet das erste Mal über Sternenkinder gelesen. Und habe dann immer mehr dazu gefunden. In diesem Zusammenhang bin ich auch darauf gestoßen, dass auch Bedarf an Sternenkind-Fotografen besteht. Es war ein Tabuthema. Niemand hat darüber gesprochen. Und so habe ich mich via Facebook an eine Organisation gewandt, die Sternenkinder-Fotografen vermittelt, und bin dort dann beigetreten. Der erste Auftrag war sehr schwer für mich. Ich bin dort hingekommen und habe das Baby in einer Silberschale bekommen. Dachte: „Das darf nicht sein. Das Kind muss schön angezogen sein, damit es würdevoll beerdigt werden kann. Und bin dann darauf gekommen, zu nähen. Ich habe dann bei Facebook eine Gruppe gegründet und habe geguckt, wer mir helfen kann. Wer kann nähen? Wer kann zuschneiden? In kürzester Zeit haben sich viele gefunden, die Interesse hatten, zu helfen. Wir haben dann gemeinsam einen Namen gesucht und gefunden und losgelegt. So sind dann die Wolfsburger Elfen entstanden. Und dann haben wir 2015 mit sieben Gründungsmitgliedern den Verein gegründet.“

ZH: „Und wie hat sich eure Arbeit dann ausgeweitet? Es ist nicht bei dem Nähen von Sternendeckchen geblieben?“ 

Daniela Voß: „Die Krankenhäuser kamen dann auf uns zu und baten um Unterstützung. Könnt ihr uns kleine Bodys nähen, Mützen, Hosen, Oberteile? Und so haben wir dann immer mehr unterschiedliche Kleidungsstücke für die Frühchen genäht. Jetzt unterstützen wir hiermit viele Krankenhäuser der Region, vor allem auch das Wolfsburger Klinikum.“

ZH: „Wie sieht denn so ein typischer Elfentag aus? Wenn man zum Beispiel so ein Nähtreffen nimmt: Ihr kommt dann direkt von der Arbeit und dann geht es hier weiter?“ 

Jessica Michael: „Ja, meist treffen wir uns zwischen 16 und 17 Uhr. Man darf nicht vergessen, es sind alle berufstätig, alle haben eine Familie. Wir sammeln uns und dann sucht sich jeder seine Aufgabe. Der eine schneidet zu, weil er nicht nähen kann, was nicht schlimm ist. Und der andere näht. Parallel dazu stimmen wir neue Aufträge aus den Krankenhäusern ab. Dann wird auch mal eine Pizza bestellt und weitergenäht und so wird es schnell 23 Uhr oder Mitternacht, bis wir fertig sind. Das ist immer individuell. Wir wissen immer erst sehr zeitnah, was von den Krankenhäusern gebraucht wird. Oder ein Baby stirbt, dann muss es auch mal sehr schnell gehen. In solchen Fällen nähen wir auch mal privat zu Hause. Das hat dann nicht Zeit bis zum nächsten Nähtreffen.“ 

ZH: „Das ist ein sehr emotionales Thema, vor dem ich großen Respekt habe. Bei vielen ist das noch ein Tabuthema, über das nicht gesprochen wird. Was ist denn eure persönliche Motivation? Was treibt euch an, hier weiterzumachen, auch wenn das bestimmt manchmal schwer ist?“ 

Daniela Voß: „Die Dankbarkeit der Krankenschwestern in den Krankenhäusern und die Dankbarkeit der Eltern. Und, dass wir halt helfen können.“

INFOS & KONTAKT

Möchten auch Sie den Wolfsburger Elfen helfen? Momentan werden dringend Näherinnen gesucht. Werden Sie Mitglied oder unterstützen Sie mit einer Spende. Denn es wird auch immer Geld für den Kauf der Stoffe benötigt. Erfahren Sie mehr unter www.wolfsburger-elfen-helfen.de

Montags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr ist der Elfen-Vorstand telefonisch erreichbar unter 0176 476 930 37.

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